Hommage an die deutsche KURZE LEDERHOSE

 

Dieses urdeutsche Kleidungsstück wurde von Jungen wie Mädchen in den fünfziger und sechziger Jahren, außer in ganz kalter Jahreszeit, tagtäglich getragen. Kurze Lederhosen waren vor der Jeanswelle ein frühes Beispiel für Unisex-Mode.

 

Vorgestellt wird hier der Typ Lederhose mit zwei Reißverschlüssen und einem mehr oder weniger breiten Beinumschlag. Mit dem in Bayern und Österreich üblichen Knopflatz-Modell konnte ich als Norddeutscher keine Freundschaft schließen, zumal es im Fürstentum Brackelstein einigermaßen exotisch ausgesehen hätte.

Singulärer Kram wie kurze Lederhosen, die eine typisch deutsche Erfindung sind, markieren Wendepunkte in den Romanen SNAKIE – DIANA und SNAKIE – BILLY. Sie begünstigen Freundschaften, treiben sie zum Bruch oder helfen sentimentale Beziehungen neu anzuknüpfen. In den ersten zwei Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg, als Städte und Dörfer nicht so überfüllt und Menschen weit weniger gestreßt waren als heute, wirkte das Erscheinen nackter Beine in kurzen Lederhosen manchmal wie ein sanfter Zauber. Ein außer Mode gekommenes Abrakadabra, gegenwärtig eher schlecht als recht ersetzt durch knielange Shorts mit riesigen Taschen wie für Straßendiebe.

 

 

Seit ich die Lederhosen meiner Jugend wieder anziehe, grüßen mich Leute, die mich norddeutschen Piefke vorher ignorierten. Öfters höre ich: „Mei, so a schene olte Lederhos’n!“ Als sei ich, ortsüblich gekleidet die Tradition ehrend, gesellschaftsfähiger. Lederhosen gehören in Österreich wie in Bayern zur Tracht und passen eher in den Alltag als sonstwo, doch sind sie schwarz oder braun eingefärbt. Meine abgewetzten Hosen in Mausgrau und im Grüngelb getrockneter Erbsen wirken da wie der jugendliche Protest eines alten Mannes.

 

Eigene Hosen

 

   Snapshots